Baucamps

Erfahrungsberichte

Türen ausbessern in Estland

Baldur berichtet von seinem Baucamp in Rummusaare:

Wir waren eine Gruppe von sieben holländischen und deutschen Freiwilligen, die in einem Ferienheim für gehörlose Kinder in Estland arbeiteten. In der zweiten Woche bekamen wir Unterstützung von einer jungen Estin, die spontan eine Woche mithalf.

Das Heim mit dem schönen Namen Rummusaare liegt ziemlich genau in der Mitte von Estland, in der Nähe von..., naja ehrlich gesagt, ist da nicht allzuviel in der Nähe. Der nächste Nachbar ist über 1 km entfernt und bis zu dem kleinen Laden, wo wir immer den ganzen Milchbestand aufkauften, muss man auch nur 12 km durch den Wald fahren.

Dafür gab‘s um so mehr Arbeit. Das Haus wurde während der Sowjetzeit gebaut und wird seit ein paar Jahren nach und nach renoviert. Fenster und Strom sind schon neu und dieses Jahr waren die Türen an der Reihe. Wir durften also die alte abblätternde Farbe abkratzen, Löcher ausbessern, abschleifen, wieder ausbessern, abschleifen, streichen, abschleifen, streichen, Beschläge richten und zu guter letzt die Türen wieder einbauen. Das Ganze 25mal, wobei man sich allerdings fühlt, als hätte man 100 Türen ausgebessert. Danach noch die entsprechenden 25 Türrahmen ausbessern und schon sind die zwei Wochen vorbei.

Zwei Wochen lang nur Türen streichen? Nicht ganz, wir durften auch die etwas abschüssige Fußballwiese neben dem Haus vergrößern. Was auf den ersten Metern noch nach einfachem Rasen mähen aussah, entpuppte sich nach und nach als dichtes Buschwerk, das erst einmal gerodet werden mußte.

Damit uns vor lauter Türen nicht langweilig wurde, haben wir eine Kanutour und mehrere Ausflüge zu den umliegenden Mooren und nach Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands unternommen. Aber am Besten hat uns allen aber die eigene Sauna gefallen. Anfangs waren wir ja noch etwas skeptisch bzgl. der Hitze, aber nach zwei Wochen hat jeder nur noch von „unserer Sauna“ geschwärmt.

Alles in allem zwei viel zu kurze Wochen mit einer Menge Arbeit, aber auch vielen schönen Momenten. Allerdings bleibt in dem Ferienheim noch eine Menge zu tun, damit die gehörlosen Kinder ihre Feriencamps noch mehr genießen können.

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