News

Es war ein großes Jahr

Albertas Kutka aus Litauen war nach seinem Studium (Transportwesen) 2006/ 2007 dreizehn Monate als Freiwilliger beim Bauorden. Für den IBO war er in dieser Zeit auf zahlreichen Baucamps in Deutschland aktiv, schuftete aber auch in der Ukraine für ein Waisenhaus und in Polen für behinderte Menschen. Albertas ist heute 26, arbeitet seit zwei Jahren bei einer Bank in Vilnius als Computer-fachmann. Er spielt Basketball und singt im Chor. Mit Freunden organisiert er in Litauen auch Spendenaktionen für soziale Projekte. Er gehört zur polnischen Minderheit in Litauen, spricht deshalb neben litauisch auch polnisch, außerdem russisch, englisch und deutsch. Für den Bauorden begleitet er ehrenamtlich unsere Baucamps in Litauen. Er hilft bei der Auswahl der Projekte, besucht die Baucamps, dolmetscht, kümmert sich um die internationalen Freiwilligen.

 

Albertas (2.v.r.) und Freiwillige aus Belgien, Holland, der Slowakei, Polen, Deutschland und Litauen treffen im Baucamp Bonn-Heisterbach (2002) den Bauordensgründer
Werenfried van Straaten.

 

Ein Jahr, die eine Sehnsucht verursacht

IBO kam in mein Leben vor 7 Jahren. Damals als ich gerade frisch gebackener Student war, reiste ich mit dem Zug von Vilnius nach Bonn. Dort würde ich das erste Baulager in meinem Leben machen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass dies der Beginn, eine Einführung in mein verrücktes Jahr beim Internationalen Bauorden sein würde.

Das Baulager war toll, wir haben in einem Heim für einsame Mütter renoviert. Wir waren voll von Inspiration und voll von Verständnis wie wichtig unserer Arbeit ist. Im Workcamp hatte ich die Ehre mit dem inzwischen verstorbenen Gründer des Internationalen Bauordens Werenfried van Straaten kennenlernen. Das war das erste Mal, das ich realisiert habe, was für eine fantastische Atmosphäre im Bauorden- Projekt ist, wie interessant es ist, zu einer internationalen Jugend Gruppe zu gehören, wie lustig es kann sein zusammen arbeiten und sich entspannen. Ich habe die Idee der Freiwilligenarbeit und die Bedeutung einer guten Arbeit gefühlt. Damals hörte zum ersten Mal über die Möglichkeit ein Jahre der Praxis beim IBO zu machen. Nun, ich erinnere mich gut an die Gespräche, und ich erinnere mich, als ich zuerst dachte, dass ein Jahr an Zeit zu opfern für die Freiwilligenarbeit ein Wahnsinn ist. Doch nach vier Jahren habe ich meine Meinung verändert und mich dazu entschlossen.

Ein Jahr. Ist das eine lange Zeitraum oder kurz. Um die deutsche Sprache zu lernen - zu kurz. Für die Sehnsucht nach Heim, Familie, Freunde empfinden - zu lang. Um mehr als 25 Baulager machen – perfekt. Innerhalb eines Jahres kann man sehr viel leisten aber kann man auch nichts leisten. Also, was habe ich geleistet? Habe mehr als 25 Baucamps gemacht, 50 Städte und Städtchen besucht, mehr als 300 Personen kennengelernt, mit Leute aus fünf Kontinenten mitgearbeitet, 8 Ländern besucht. Dies sind nur Zahlen, aber es ist unmöglich nur mit den Zahlen alles, was ich erlebt, gesehen, gelernt und wie ich mich geändert habe zu schildern.

 

Albertas im Projekt "Zoe - Haus des Lebens" in Ochtendung.

 

Bei jedes neues Projekt war ein neue Ort, neue Gastgeber, neue Menschen, neue Geschichte, neue Gruppe, die neue Arbeit und neue Aufgaben. Und manchmal sehr verschiedene Kulturen, verschiedene Lebensmittel, andere Sitten. Ich habe sehr unterschiedliche Menschen getroffen, von Drogenabhängigen und Alkoholikern bis in der Öffentlichkeit geehrten und bekannten Personen, von sehr religiösen Gemeinden bis anarchistische Gesellschaften Es hat mich auf ständig verändernden Umgebung anzupassen gelernt. Wir haben eine oder zwei Wochen gearbeitet, gewohnt, verkehrt und dann wieder unsere Koffer verpackt, abgereist und alles ist wieder von Anfang gelaufen. Wieder Schönes Wochenende Ticket, wieder acht Stunden entfernt und fünf Umsteigungen. Anfangs war diese Zugreise exotisch, neue, interessante je weiter, desto mehr sind langweilig geworden und noch später haben wir daran gewöhnt. Vielleicht es ist seltsam, aber jetzt vermisse ich sehr schwierige Reise mit dem Zug. Das Warten auf dem Bahnhof von nächste Zug, die beste Verbindung suchen, das Leben auf den Koffer.. das alles hat irgendwelchen Charme. Ich mag sagen, dass ich fast jeden Bahnhof in Deutschland kenne.

Zwischen den Baulagern waren wir immer wieder in Worms. Auch dort war es eine gute Zeit. Die Gespräche mit Bauordenleiter Peter Runck. Das Grillen, das Feiern, das gemeinsam Bier trinken auch. Die Ausflüge, die Besuche bei der Familie von Peter.

 

Albertas (rechts) im Bundestag mit MdB Klaus Hagemann (Mitte).

 

Es war reichvoll von Möglichkeiten Jahr. Ich bin davon überzeugt, dass trotz allem, was ich in Leben leiste, hätte nie besuchen sehr schönes und gemütliches Bad Langesalze Städtchen. Oder würde nie eine Praxiswoche in dem Bundestag machen, wo ich sehen konnte, wie das Parlament funktioniert, was hinter den Kulissen stattfindet. Es war eine eindrucksvolle und sehr besondere Woche. Freiwilliges Engagement ist bei weitem nicht nur eine einzige körperliche Arbeit, die unerlässlich ist, sondern auch der soziale Aspekt. Es war immer Spaß, mit Leuten reden, ihre Geschichten zuhören, wie sie leben, wie sie die Welt betrachten, was ist wichtig, um sie, was sind ihre Ziele. Es war interessant über mein Heimland erzählen und viele Stereotypen und Klischees oft verleugnen.  Zur gleichen Zeit, bei Bauorden war die ausgezeichnete Gelegenheit zu erziehen. Ich habe soviel Museum besucht, wie in ganz Leben vorher. Unauslöschbar Eindruck haben mir der Besichtigungen von Konzentrationslager gemacht. Jedes Mal waren es besondere Ausfluge, die immer nachdenkliche Gedanken gemacht haben. Ohne Zweifel das hat die Welt  in meinen Augen erweitert und verändert.

Mein Freiwilligendienst  hat sich nicht darauf beschränkt, nur Deutschland und von Camp zu Camp zu reisen. Ich sah Paris vom Eiffelturm und habe gekostet den Hot Dog in Dänemark, verkehrte mit der Straßenbahn in Basel, beobachtete den Sonnenaufgang in den Bergen der westlichen Ukraine, war in Warschau verloren auf dem Bahnhof und genieste Tal von Weichsel in Krakow, aß Ostereier in Helsinki, traf Morgenkälte in Stockholm und erlebte harte Landung am Flughafen Riga.

Ich vermute mich nicht sagen, wo und wann war der Beste in diesem ganze Jahr. Jeder Augenblick hatte Anteil an einem großartigen Mosaik. Es war alles: die Freude und Trauer, Ruhe und anstrengende Arbeit, Lustigkeit und Langeweile, die Sonne und Regen, Kälte und Hitze, Süden und Norden, Osten und Westen.

Sehr oft aus dem Gedächtnis  stoßen Gedanken vor die Augen. Erinnerungen von Menschen, Gespräche, aus dem Munde entschlüpfen bevorzugten Phrasen und lustig Blödsinn von meinen Kolleginnen Champlain, Plamen, Petar, Georgi, unverständlicher IBO-Dialekt - aus fünf verschiedenen Sprachen gemischt.

Dieses Jahr beim IBO gab mir eine Sehnsucht für ganze Leben von der Zeit, die ich hier in deutschem Land verbracht habe. Der Sehnsucht nach verrückt junge Tage, sorglose Jugend, gute Freunde, unbekannt Morgen, ständige Überraschung, die neue Tour, neue, mehr unbekannte Route, unsichtbaren Städte und Menschen. Dieses Jahr hat mir die beste Zeit meines Lebens gegeben, die immer in meinem Kopf und Herzen bleiben wird. Es war ein großes Jahr.

Albertas Kutka

zurück

Kontakt - Sitemap - Impressum