„Das sind wir auch“
Baucamp-Comic
Michiel van de Vijver: Das Selbstporträt zeigt, wenn auch nur andeutungsweise, was Michiel kann - die Baulager-Cartoons sind wirklich "nur" schnelle Skizzen!
Michiel van de Vijver ist ein begnadeter Cartoonist. Eigentlich nur zum eigenen Spaß zeichnete er während des Baulagers in Dobis 2001 eine Art Tagebuch, in dem er verschiedene Aspekte der "traditionellen Handwerkstechniken", der Freizeitaktivitäten und des Gruppenlebens in einer Weise auf den Punkt bringt, wie sie auf den üblichen Fotografien noch nicht mal zu erahnen sind. Dann meldeten die anderen Helfer dieses Baulagers Interesse an und wurden mit Schwarz-Weiß-Kopien bedacht, die schließlich auf verschlungenen Wegen auch bis zum Vorstand des Deutschen Bauordens gelangten. Das schallende Gelächter bei der Vorstandssitzung müsste Michiel eigentlich auch noch in Arnhem gehört haben...
Das Bauordens-Lied...
Rechtzeitig zum Beginn der besinnlichen Zeit vor Weihnachten 2004 tauchte das Bauordens-Lied aus den Tiefen des Wormser Archivs auf. Es stammt aus der Frühzeit des Bauordens – zur Uraufführung ist nichts Genaues bekannt –, womit sich die für unser heutiges Verständnis stark ausgeprägte Religiosität und der doch etwas pathetische Charakter erklären. Bei allem Pathos ist aber doch auch eine Menge Angriffslust zu spüren: Generationen von frühen Helfern sind mit diesem Lied in den Kampf gegen Obdachlosigkeit, Armut und Verzweiflung und für Hoffnung und Nächstenliebe gezogen. Ein Kampf ohne Verluste – alle sind zurückgekommen – und ein Kampf, bei dem es bis heute auf allen Seiten nur Gewinner gibt... Besonders die erste Strophe stimmt sehr nachdenklich: Kriegsbedingten Schutt, Trümmer und Vertreibung hierzulande kennen wir im Wesentlichen nur noch aus Bildbänden. An anderen Orten ist das alles nur zu präsent, wie die Berichte unserer heutigen Helfer etwa aus Bosnien bestätigen.
…und die Hymne des Bauordens
Zu Beginn des Jahres 2005 gelangte auf verschlungenen Wegen ein Oeuvre aus Österreich zu uns. Aus Wien kann selbstverständlich nicht ein simples Lied kommen, das mit Klampfe und gegebenenfalls Mundharmonika zu intonieren wäre: es muss schon eine veritable Hymne sein, die der Notierung nach wohl eines Konzertflügels und einer Violine bedarf. Unter den üblichen Reisebedingungen des Bauordens schwierig zu realisieren, selbst wenn man den Flügel durch ein Klavier ersetzte... Immerhin hat Robert Stolz sein 'Werk "Helfende Hände" ausdrücklich dem Bauorden gewidmet, auch wenn er sein "Copyright" – aus dem Jahr 1967 – vermerkt hat. Nur eine Strophe hat Karl Zornig dazu verfasst; natürlich geht es auch hier ums Bauen: das Bauen des Friedens dieser Welt.
Helfende Hände in jedem Gelände bau'n dir dein Heim und dein Haus,
helfende Hände, die führen zu Ende, weißt du nicht ein und nicht aus.
sie wollen das Elend verhindern, sie wollen die Not etwas lindern;
ohne Lohn und ohne Politik, für das Fundament zum Glück!
Helfende Hände, die brauchen am Ende auch etwas Gut, etwas Geld,
und dann bau'n sie, und dann bau'n sie, und dann bau'n sie am Frieden der Welt!
Und dann bau'n sie, und dann bau'n sie am Frieden dieser Welt.
Bauordensquiz
Eine didaktische Meisterleistung, natürlich auch von Peter Runck: Das große Bauordens-Quiz zum Auflockern der "Kennenlern-Runde" – mit deutlichem Augenzwinkern, aber auch mit dem Anspruch, einige sachliche, kulturelle und zeitgeschichtliche Fragen anzureißen. Wir bitten um konzentriertes Abarbeiten der Fragen, erwarten aber keine Einsendung der Lösungen an die Geschäftsstelle, denn erstens gibt es keine Preise, zweitens keinen Einsendeschluss, drittens keine notarielle Aufsicht und viertens sind sie ohnehin weiter unten zu finden. Eigentlich alles klar; nur bei Frage 3 verwundert die Angabe von Toms Alter: Stünde einer unserer Senioren mit seinen, sagen wir mal, 65 Jahren vor einer polnischen Klo-Tür, gäb's für ihn ein anderes Symbol als für Tom? Könnte ja sein...
1. Wer gründete den Bauorden?
a) Werenfried van Straaten
b) Konrad Adenauer
c) Michael Bilfinger
2. Wann wurde der Bauorden gegründet?
a) 1947
b) 1953
c) 1956
d) 2002
3. Tom (20) ist Teilnehmer an einem Baulager in Polen. Welche Toilettentür ist für ihn die richtige?
a) Ο
b)
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4. Der Bauorden unterstützte das Projekt „Dorf der Hoffnung“ in Jerewan. Jerewan ist die Hauptstadt von
a) Georgien
b) Armenien
c) Ukraine
5. Romano Prodi, Baulagerteilnehmer 1958, war
a) EU-Kommissionspräsident
b) Europaratsvorsitzender
c) EU-Wirtschaftskommissar
d) italienischer Ministerpräsident
6. Der Baulagerteilnehmer Rupert Neudeck gründete später
a) die Hilfsorganisation Cap Anamur
b) die Grünhelme
c) amnesty international
d) Transparency International
7. Der deutsche Bauorden ist nach seiner Rechtsform
a) ein gemeinnütziger Verein
b) eine Aktiengesellschaft
c) eine gemeinnützige GmbH
8. Der Bauorden hatte lange Jahre den Beinamen
a) Brauorden
b) Trauorden
c) Bauhorden
9. Welches Land hat mit Deutschland die längste gemeinsame Grenze?
a) Polen
b) Frankreich
c) Österreich
d) Luxemburg
e) Italien
10. Ein Bulgare nickt mit dem Kopf. Was meint er?
a) ja
b) nein
c) vielleicht
11. Das Baulager Lubin liegt in
a) Polen
b) Österreich
c) Belgien
d) Serbien
12. An den Baulagern des IBO haben seit 1956 über
a) 190.000
b) 210.000
c) 335.000
d) 350.000 Freiwillige teilgenommen?
13. Die Teilnehmerbeiträge decken
a) 5-10%
b) 10-15%
c) 15-20% der Ausgaben des Bauordens.
14. Der Vorsitzende des deutschen Bauordens ist
a) Peter Runck
b) Bernhard Adolphs
c) Mathias Terpoorten
15. Welches Land ist die geographische „Mitte Europas“?
a) Litauen
b) Deutschland
c) Moldawien
d) Tschechien
16. Im Baulager Dacia (Rumänien) sitzt man mit den einheimischen Handwerkern bei einem Bier zusammen: Man hebt die Gläser, stößt an und sagt
a) Prost
b) Noroc
c) Smacznego
d) Nazdrave
17. Auch im Baulager Zsambek/Ungarn sitzt man mit den einheimischen Handwerkern bei einem Bier zusammen. Die internationalen Freiwilligen wollen anstoßen – warum gilt das als unhöflich?
a) Zuerst muss man Brot und Salz miteinander gegessen haben
b) Die österreichischen Besatzer feierten so ihre Siege
c) Mit Frauen anzustoßen bringt Unglück
18. Die Teilnehmer des Baucamps in Viljandi/Estland schenken der Köchin am Ende des Camps als Dankeschön einen Strauß mit 20 roten Nelken. Warum ist sie wenig begeistert?
a) eine gerade Anzahl Blumen bringt Unglück
b) rote Nelken sind ein Symbol der kommunistischen Diktatur
c) man bringt Blumen nur zu Beerdigungen mit
Lösung:
1a; 2b; 3b; 4b; 5a+d; 6a+b; 7a+c; 8 b; 10c; 11a; 12d; 13a; 14c; 15a; 16b; 17b; 18a+b
Kochrezept: Pollo alla Don Franco Romano
Hannelore, die ihren Johann alias Hans – aus seinem Bericht über seinen Baueinsatz in der Ukraine bekannt – zum Teilnehmertreffen 2006 begleitete, verdanken wir das folgende Kochrezept des Projektleiters von Macchiagodena.
Zutaten (für 4 Personen): 1 Hähnchen, Olivenöl, Salz, schwarzer Pfeffer, 3 bis 4 Knoblauchzehen, 2 Rosmarinzweige, Kartoffeln.
Zubereitung: Hähnchen in kleine Portionen teilen, mit Salz und Pfeffer gut würzen. In einer feuerfesten Form Olivenöl etwas erhitzen, die Hähnchenteile hineinlegen, gepressten Knoblauch und Rosmarinzweige untermischen. Kartoffeln schälen, in kleine Stücke schneiden und unter und über den Hähnchenteilen verteilen. Ins Backrohr stellen, bei rund 180 Grad garen. Wenn die Kartoffeln und das Fleisch etwas Farbe angenommen haben, ist das Gericht fertig.
Dazu reicht man Weißbrot und einen guten (oder was man halt auf Baucamps so bekommen kann) Rotwein. Buon Appetito!











